Agnes interpretation einleitung
Der Roman handelt von einem namenlosen, vierzigjährigen schweizerischen Sachbuchautor, als Ich-Erzähler, und seiner Liebe zur fünfundzwanzigjährigen amerikanischen Physikdoktorandin. Die beiden begegnen sich in der Bibliothek von Chicago, wo der Ich-Erzähler über Luxuseisenbahnwagen recherchiert und Agnes an ihrer Doktorarbeit schreibt. Agnes ist eine belesene, intelligente und doch sozial isolierte junge Frau. Die beiden verabreden sich zum Essen, danach geht Agnes mit in seine Wohnung und hat ihre erste sexuelle Erfahrung. Der Ich-Erzähler berichtet ihr, dass er es als Sachbuchautor auch bereits mit Romanen versucht hat. Daraufhin bittet Agnes ihn, eine Geschichte über sie zu schreiben. Ihr Geliebter beginnt eine Geschichte über sie zu schreiben ab dem Moment ihrer ersten Begegnung bis in die Gegenwart. Es wird deutlich, dass die beiden völlig unterschiedliche Wahrnehmungen der Realität haben. Er schreibt nun über die Gegenwart hinaus in die Zukunft. Agnes lässt sich auf das Spiel ein und versucht dem künstlich geschaffenen, zukünftigen Ich aus dem Roman ihres Geliebten gerecht zu werden.
Agnes von Godin: Eine Interpretation - Einleitung
Der Roman Agnes greift eine Vielzahl von Motiven aus anderen literarischen Werken auf, von denen einige im Text explizit angesprochen werden. Sie ist nicht Aufgabe des Autors. Er bietet viele Interpretationsmöglichkeiten, keine davon ist richtig, falsch sind allenfalls jene, die an den Haaren herbeigezogen oder schlecht begründet sind oder die für sich in Anspruch nehmen, die einzig richtigen zu sein. Es gibt für das Buch keine Lösung wie für ein Kreuzworträtsel. Nicht einmal die Frage, ob Agnes am Ende des Buches tot ist oder lebt, lässt sich eindeutig beantworten. Weder von mir noch von Ihnen. Das soll Sie nicht daran hindern, darüber nachzudenken. In jeder Interpretation steckt viel vom Interpretierenden. Es liegt auf der Hand, dass Männer ein Buch anders lesen als Frauen, Sechzehnjährige anders als Sechzigjährige. Der Roman gehörte zusammen mit dem Drama Dantons Tod von Georg Büchner und dem Roman Homo Faber von Max Frisch zu den Pflichtlektüren für das Abitur — an beruflichen, sowie für das Abitur — an allgemeinbildenden Gymnasien in Baden-Württemberg.
| Die Bedeutung von Agnes in der Literaturwelt: Eine Einleitung | Agnes ist ein erschienener Roman von Peter Stamm. Erzählt wird der Beginn, die Entwicklung und das Ende einer Liebesgeschichte zwischen einem namentlich nicht genannten Ich-Erzähler und Agnes, einer jüngeren Physikerin. |
| Agnes Interpretation - Eine Einführung in die Analyse | In seinem veröffentlichten Roman »Agnes« erzählt Peter Stamm die Liebesgeschichte zwischen einem etwa vierzigjährigen Schweizer Sachbuchautor und Agnes, einer fünfundzwanzigjährigen amerikanischen Doktorandin der Physik. Der Protagonist und namenlose Ich-Erzähler entwirft eine Geschichte in der Geschichte und verlangt von Agnes, dass sie der Fiktion in der Realität folgt. |
Die Bedeutung von Agnes in der Literaturwelt: Eine Einleitung
Es wurde je Kapitel eine kurze Zusammenfassung erstellt. Peter Stamm ist ein Schriftsteller aus der Schweiz. Er wurde im Jahre in Schierlingen, Kanton Thurgau, geboren. Schon früh gibt er sich seinen Fantasiewelten hin. Nach dem Abschluss der mittleren Reife absolviert er erfolgreich eine Lehre als Buchhalter. Doch dies genügt ihm nicht, und so entscheidet er sich, das Abitur, in der Schweiz die Matura, im Zweiten Bildungsweg nachzuholen. Danach widmet er sich den Studien der Anglistik, Psychologie, Psychopathologie und Informatik. Doch keines der Studien führt er zum Abschluss, da ihm das Schreiben wichtiger ist. Er verfasst vor seinem Lebensjahr mehrere Romane, die anfangs keinen Verlag finden. Doch auch hier dauert es sechs Jahre, bis er einen Verlag findet. Zu diesem Zeitpunkt ist er 29 Jahre alt. Neben dem Schreiben von Romanen ist er auch als Journalist tätig. Agnes ist ein Roman, der in der Ich-Erzählperspektive verfasst wurde. Der Ich-Erzähler ist Sachbuchautor. Er verliebt sich in eine junge Psychodoktorandin und beginnt, ein Buch über sie zu schreiben.
Agnes Interpretation - Eine Einführung in die Analyse
Auf dem Gehsteig vor dem Restaurant liegt eine tote Frau, und beim Essen bringt Agnes das Gespräch auf Sterben und Tod. Agnes geht mit dem Ich-Erzähler in dessen Wohnung und hat dort ihre erste sexuelle Erfahrung. Am nächsten Morgen verrät ihr der Ich-Erzähler, dass er früher Kurzgeschichten verfasst und sich auch an einem Roman versucht habe. Die Ergebnisse seien allerdings »künstlich« geblieben. Agnes gefällt der Romananfang und sie ermuntert den Ich-Erzähler zum Weiterschreiben. Als sie später ihrerseits eine Kurzgeschichte zu Papier bringt, weist der Ich-Erzähler sie schroff zurecht, und sie vernichtet ihren literarischen Versuch. Agnes bittet ihren Geliebten, eine Geschichte über sie zu schreiben. Sie wünscht sich ein »Porträt«, das sie zeigt, wie sie ist. Der Ich-Erzähler beginnt mit der Niederschrift ihrer ersten Begegnung in der Bibliothek. Agnes liest und kommentiert die einzelnen Kapitel. Es wird deutlich, dass nicht nur ihrer beider Wahrnehmung und Gewichtung, sondern auch die Erinnerung unterschiedlich ist. Als der Ich-Erzähler Ende August bei der Gegenwart ankommt, verändert sich gleichzeitig seine Beziehung zu Agnes.